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GEBT IHR IHNEN ZU ESSEN…


Gedanken zu Erntedank - können aber doch immer gelten, oder?


Was war das doch für eine Aufregung: tausende Menschen – so berichten uns die Evangelien – waren wieder einmal unterwegs, eine Botschaft zu hören, die so anders war wie die der religiösen Führer des jüdischen Volkes. Wissbegierig, hungrig nach dieser Botschaft folgten sie einer Gruppe von Männern, die sich um Jesus aus Nazareth geschart hatten - auf dessen Aufforderung hin. Lange hatten die Menschen an diesem Tag wieder ausgeharrt – und plötzlich war es Zeit aufzubrechen.


„Schick die Menschen weg, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu essen bekommen; denn wir sind hier an einem abgelegenen Ort“, war die Sorge der Apostel.


„Gebt ihr ihnen zu essen!“ war die kurze Antwort und ein eindeutiger Auftrag für sie.


Tut ihr doch was, sorgt ihr euch um sie - kann es auch heißen. Wie es in der Botschaft des Evangeliums weitergeht, ist sicher bekannt: tausende von Menschen, die Jesus an diesem Tag gehört hatten, wurden gesättigt.


Innerlich mit Sicherheit durch seine Worte – und für den Körper durch die nötige Speise der wunderbaren Brotvermehrung, trotz Wenigem an Nahrung, es blieb sogar noch davon übrig (Lukas 9,10-17). Ein Wunder, ein beeindruckendes Geschehnis, ....eine Offenbarung.


„Gebt ihr ihnen zu essen!“ – Aufforderung an die Apostel damals. „Gebt ihr ihnen zu essen!“ – eindeutiger Auftrag, besser noch Weisung, heutzutage auch an und für uns?


Was aber wissen wir von dem inneren Hunger vieler Menschen in unserer heutigen Gesellschaft! Kennen wir die Sehnsüchte nach Geborgenheit und Zuwendung, nach einem erfüllten Leben mit einem inneren Gleichgewicht? Spüren wir das Verlangen unserer Mitmenschen, mehr über den christlichen Glauben und seiner Inhalte erfahren oder offen über diese Dinge sprechen zu können? Orientierung finden, ihrem Leben einen Sinn durch einen Glauben geben zu können.


„Gebt ihr ihnen zu essen!“ – bringt ihr meine Botschaft zu den Menschen, stärkt sie, nehmt sie an. Die Zeit des Erntedankes sollte für uns Anlass sein, genauer, öfter, ja täglich darüber nachzudenken. Erntedank – Grund für das zu danken, was wir empfangen haben:


danken für die Früchte aus den Gaben der Natur und der menschlichen Arbeit. Und für die empfangenen Gaben der Gnade Gottes, von ihm so angenommen zu sein, wie wir eben sind - denken wir auch daran? Sind wir in der Lage und bereit, von dem Empfangenen weiterzugeben – zu teilen? Können wir es überhaupt, selbst wenn wir es aufrichtig und ernst wollten?


Beim Engagement für den Auftrag „Gebt ihr ihnen zu essen!“ sollten wir es daher nicht nur bei den materiellen Dingen für unsere Mitmenschen belassen, so wichtig das auch ist. Vielmehr offen sein für sie, ihnen entgegengehen und auf sie zugehen.

Aber: „... Nur wer seinen Glauben richtig kennt, kann mit dem anderen über dessen Glauben reden...“ schreibt Bernhard Remmers über eine möglichst gute Argumentationsfähigkeit mit Andersdenkenden und ihren Anliegen (Tag des Herrn, Nr. 39 vom 29.9.02).


Joachim Kardinal Meißner, Erzbischof von Köln (+2017), führte in seiner Predigt am 25.September 2002 in Fulda zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz folgend aus:

„...Es wäre schon interessant, etwa einmal eine Pisa-Studie im Hinblick auf das Glaubenswissen unserer Gläubigen in Auftrag zu geben. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sie wohl noch negativer ausfallen würde. Das ist umso tragischer, da heute so viele in unseren Gremien und Kommissionen Verantwortung mittragen und darum auch mitreden und dabei Glaubenswissen nur noch sehr begrenzt vorhanden ist...“ (Quelle: www.dbk.de)


Eine harte, aber sicherlich zutreffende Einschätzung. Damals - und heute offensichtlich noch zutreffender.


Deshalb: bei allem Einsatz für den Nächsten uns selbst dabei nicht vergessen – in der Festigung und Vertiefung unserer christlichen Glaubenswahrheiten.


Ein Weg dazu: die bewusste Teilnahme am vielfältigen Gemeindeleben ist eine wichtige Erfordernis. Dazu Beständigkeit und Beharrlichkeit im Gebet. Es ist das nötige Atemholen, wie es Papst Johannes Paul II beim Angelusgebet am 8. September 2002 ausgedrückt hat:


„...Das Gebet, das Gebet in Gemeinschaft, soll das tägliche Atemholen der Familien, der Pfarreien und jeder Gemeinschaft sein...“ (L`Ossevatore Romano, Nr 37 vom 13.9.02).


So persönlich selbst gerüstet, können wir mit der Erfüllung des Auftrages „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Ernst machen.


Ich wünsche Dir und mir, uns allen dabei Ausdauer, Kraft, Mut und vor allem Stärke und Zeugnis im Glauben - für und mit dem Nächsten, in unseren Familien, in den Gemeinden vor Ort, in unserer Gesellschaft - wo immer Mitmenschen uns begegnen. So kann in unserer Umwelt durch uns das Wort Gottes offenbar werden.


Auch und gerade heute - wenn wir nur wollen.


Herzlichst,

Ihr

Ludwig Krafczyk

aus Hermsdorf/Thüringen


Original veröffentlicht im Gemeindebrief "St. Josef" September - Dezember 2002

Nachdruck ist nicht gestattet


Zum nebenstehenden Bild:


Bildliche Darstellung nach dem Lukasevangelium

„Die wunderbare Brotvermehrung“

In Messing gefertigt, Grafiker unbekannt


Die Schriftstelle dazu nach Lukas 9,10-17 finden Sie hier



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